Call of Duty: World at War - Yannicks View

Während das Online-Geballer um „Call of Duty 4: Modern Warfare“ stetig weiterläuft, hat sich der Parallelentwickler Treyarch schon kurz nach Release des 4. Teil an die Arbeit für „Call of Duty: World at War“ gemacht. Ob ihr hier zugreifen solltet oder ob ihr auch beim 4. Teil bleiben könnt, erfahrt ihr in folgendem Review.

Und auf ein weiteres mal in den zweiten Weltkrieg...

Ich finde es immer wieder erstaunlich wie überlaufen der Markt an 2. Weltkriegs-Spielen ist, aber irgendwie scheint es ja zu fruchten, denn es kommen ständig neue. Auch in „Call of Duty: World at War“ übernehmt ihr verschiedene Rollen aus jenem Krieg.

Die Story werde ich mir also sparen, falls da jemand was nicht mitbekommen hat, Geschichtsbücher gibt es in jeder gut sortierten Bibliothek.

Einen kleinen Unterschied in punkto Story gibt es allerdings doch in diesem Titel. Während ihr in den ersten Missionen noch Private Miller steuert und auf Japaner feuert, schlüpft ihr später in die Rolle eines russischen Soldaten und ballert auf die Deutschen.

Alles egal, Disc in das Gerät schieben, keine Installation von Nöten, sehr schön, und ab dafür!

Aufgesaugt von "World at War"

Man merkt sofort, dass Stil und Präsentation bei der Entwicklung ganz gross geschrieben wurden. Zwischen den Missionen werdet ihr mit grafischen Filmchen, gespickt mit Cutscenes verwöhnt. Sieht nicht nur toll aus, leitet euch auch von Mission zu Mission. Einen Haken hat das allerdings doch. Leider sind die Zwischensequenzen inhaltlich doch sehr daneben. Die Feindbilder die Treyarch hier an den Start bringt, schüren den Hass mit naivsten Mitteln und „Hurra-Patriotismus“, was nicht nötig ist. Die Kollegen von Infinity Ward (COD4) haben bewiesen dass es auch anders geht. In gewisser Weise war das aber zu erwarten...

Zurück zum eigentlichen Thema: Seid ihr erstmal im Spiel wird auch schon der Ton angegeben, als ihr dabei zusehen müsst, wie ein Landsmann gefoltert und getötet wird. Aber keine Sorge, Kollegen sind zur Stelle und erretten euch aus dieser misslichen Lage. Noch schnell den Karabiner in die Hand gedrückt, raus an den Strand und zum Stützpunkt vorpreschen. Die Musik trifft auch noch die richtigen Töne, und somit seid ihr schon ab der ersten Mission mittendrin statt nur dabei! Die weiteren Level gestalten sich vom Aufbau ähnlich, und dennoch abwechslungsreich im Gameplay, vom steuern des Panzers bis zum 2-Mann-Sniper-Team ist alles vertreten, was das Shooter-Herz höher schlagen lässt. Was aber konstant bleibt, ist die Grausamkeit. Dass Krieg furchtbar ist, sollte jeder wissen, aber dass Treyarch so mördermässige Gewaltdarstellungen und Feindbilder schafft, ist mir bei diesem Titel besonders sauer aufgestoßen. Leider/Gott sei Dank hat nur England eine komplett ungeschnittene Version erhalten. Alle anderen sehen keine von Flammenwerfern angezündeten, umherlaufenden und schreienden Japaner, keine abtrennenden Körperteile, keine Hakenkreuze, und keinen Zombie-Modus, den man nach Vollendung des Spiels freischalten kann. Der ein oder andere wird sich darüber ärgern, ich hab allerdings beide Versionen gespielt und muss sagen, die Uncut-Version ist wirklich kein Zuckerschlecken.

Gameplay

In "Call of Duty: World at War“ habt ihr ein riesiges Arsenal an Waffen, ihr werdet mit allem versorgt was es braucht, um einen Krieg zu gewinnen. Die meisten von euch werden so ziemlich jeden Kolben kennen, ist also nichts Neues dabei, was man nicht schon in den letzten 10 Jahren gesehen hätte...

Zu Anfang jedes Levels steht als Sekundärwaffe eine Pistole bereit, die Primärwaffe unterscheidet sich von Mission zu Mission. Euch steht frei die Wummen zu wechseln und zu tauschen, allerdings beschränkt sich die Höchstkapazität von den zu tragenden Waffen auf zwei.

Natürlich unterscheiden sich die Gewehre und Pistolen in Durchschlag, Schaden und Schussfrequenz. Was auch im Vorgänger zu begeistern wusste ist die Natürlichkeit der Materialien, so könnt ihr zum Beispiel durch einen Holzzaun oder durch grobe Hauswände rotzen und den dahinter stehen Gegner ausschalten.

Die Missionen sind fair gestaltet und erscheinen realitätsnah, so könnt ihr euch nicht zum Beispiel in einer Ecke verschanzen und warten bis alles vorbei ist. Ihr werdet gefordert, Stützpunkte zu verlassen und mit eurem Team vorzudringen. Gut, dass die Kontrollpunkte regelmäßig kommen, da darf man auch bei schwereren Abschnitten einen gerechten Rücksetzpunkt genießen, und wenn man nicht gerade auf „Leicht“ spielt, hat man an manchen Stellen ganz schön zu beißen.

Die KI in „Call of Duty: World at War“ ist gut durchdacht. Eure Gegner erkennen eure Spielweise und Taktiken, gehen gekonnt in Deckung und machen selbst kluge Manöver. „Schön“ ist auch, dass man als „Team“ beschossen wird, und nicht das einzige wandelnde Ziel auf der Karte ist.

Die Steuerung geht leicht von der Hand und zeigt nichts bahnbrechendes, was der Shooter-Spieler nicht beherrscht. Sauber umgesetzt - geht gut, was will man mehr?

Ein bisschen mehr Singleplayer vielleicht! Denn nach maximal 5-7 Stunden seid ihr mit der Story durch. Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich das Spiel mit einem Freund an einem Abend durchgerockt hab. Was mich aber positiv überrascht hat, das Spiel kommt mit einem Koop-Modus, den man im Splitscreen oder Online bestreiten kann. Das macht zwar Spass, aber das Spiel nicht länger. Eher kürzer, eine Mission fehlt nämlich im Koop-Spiel.

Aber hey, da wäre ja noch der Multiplayer! Ungeschlagen an der Spitze der PS3-Online-Welt steht der 4. Teil, hoffentlich wird „World at War“ genauso packend!

Multiplayer

Allein der Multiplayer hat den Kauf bei dem 4. Teil der Serie gerechtfertigt, da hat Infinity Ward ganze Arbeit geleistet. Als dann die Nachricht kam, dass sie beim Online Part Treyarch zur Seite stehen, war das ein grosser Pluspunkt für „World at War“. Auf zahlreichen Maps treten 2 Teams in den Modi aus dem Vorgänger gegeneinander an. Dazugekommen sind der Modus Krieg und das altbewährte Capture the Flag. Das Punkte und Perk-System ist und bleibt einfach genial, weshalb es euch auch in diesem Teil vor die Glotze fesselt. Für jeden Kill gibt es Punkte, je mehr Punkte, desto höher der Rang, desto mehr Extras und Waffen kann man freischalten/benutzen. Im Prinzip wurde der Online-Modus aus „Modern Warfare“ in den 2. Weltkrieg portiert. Auch die Boni bei einer Killserie sind wieder dabei, das einzige was sich da geändert hat, nach einer 7-Kill Abschussserie, gibt es keinen Helikopter der für euch punktet, sondern eine Horde bissiger Hunde. Wer also mit dem Szenario was anfangen kann und den Onlinepart aus Teil 4 mochte, wird hier seine Freude haben.

Grafik

Die Grafik ist – wie zu erwarten – sehr gut geworden! Die Weitsicht ist beeindruckend, der Detailreichtum wunrderschön, Waffen und Charaktäre sehen schön dreckig und abgerockt aus und die Lichteffekte sind genial! Leuchtraketen in der Nacht, Blendgranaten und brennende Gräser verschaffen einem ein paar tolle Momente! Die Umgebung ist zweckmässig heruntergekommen und sieht schwer nach Krieg aus. Positiv fällt auch auf, dass das ganze spiel Ruckelfrei bleibt und keine großen Ladezeiten aufweist. Lediglich in der Onlinewelt gab es ab und an kleine Lags, wenn jemand den Raum betrat.

Sound

Der Sound ist cineastisch und sehr gewaltig. Die orchestrale Musik setzt an spannenden Stellen ein und untermalt, dank einer guten Komposition, die Schuss- und Explosionsgeräusche wissen absolut zu überzeugen. Ich war auch überrascht von den Sprechern. Die haben ihre Sache zum Teil echt ordentlich gemacht! Respekt, vielleicht gibt es ja doch einen Lichtblick in Sachen Videospielsynchronisation was die deutsche Sprache betrifft.

Fazit

„Call of Duty: „World at War“ ist ein gutes Sequel geworden. Treyarch haben ihre Hausaufgaben gemacht, auch wenn die Darstellung des Krieges ein bischen kindlich ausgefallen ist. Dennoch macht das Spiel mordslaune und bleibt ein Shooter, der mit Koop-Modus und genialem Multiplayerpart glänzt. Für alle die vom 2. Weltkrieg noch nicht genug haben und eine stehende Internetleitung haben, können bedenklos zugreifen. Alle, die das Szenario nicht mögen, bleiben beim 4. Teil, denn der spielt sich genau so.

Positiv:
  • Grafik Top

  • Sound Top

  • Abwechslungsreich

  • Motivierender Multiplayer mit durchdachtem Punktesystem

  • Koop Modus

Negativ:
  • Storymodus viel zu kurz

  • Unnötige, naive Darstellung

  • Fast überall geschnitten

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Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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