Little Big Planet - Das Kultgame von Sony - Yannicks View

Sega hat Sonic, Nintendo hat Super Mario, Microsoft hat den Halo-Master Chief und Sony? Sony hat vielleicht Solid Snake oder Kratos. Dieses vielleicht soll nun gestrichen werden und durch „Sackboy“ ersetzt werden, den kleinen Stoffkerl aus „Little Big Planet“. Ob der pelzige Kollege das Zeug zur Kultfigur hat und ob er sich auf der kleinen grossen Konsole durchsetzen kann, erfahrt ihr in unserem Review

Media Molecule steckt hinter Little Big Planet und die Herrschaften aus dem schönen England haben sich eine Menge vorgenommen. Little Big Planet soll der Referenztitel für die PS3 sein und soll einschlagen wie eine Bombe. Klar war man gespannt, aber ich persönlich konnte mich schon recht früh mit den kleinen Sackboys und besonders der Musik anfreunden, die mich an Loco Roco erinnert hat. Wenn man den putzigen Kerl mal näher betrachtet, weiss man auch wieso Media Molecule sich soweit aus dem Fenster lehnt. Der kleine ist unheimlich niedlich animiert, seine Victory-zeigenden Finger und seine stimmungsabhängigen Gesichtszüge sind so süss dass man ihn einfach nur lieben kann!

Wie dem auch sei! „Little Big Planet“ spielt sich wie die guten alten 2D Jump ’n Runs aus unserer Kindheit. Ganz 2D ist es natürlich nicht, so könnt ihr auf 3 Ebenen hin und her laufen und somit Hindernisse umgehen oder einfach an bestimmten Sachen vorbeilaufen. 50 Stages bietet euch der Singleplayer deren Ziel es natürlich ist, ins Level beendende Törchen zu laufen ohne vorher alle Leben auszuhauchen. Zwar will niemand den kleinen Sackboy leiden sehen, aber je nach Szenario (wie z.B. Gartenlandschaft, Gruselwelt, Wilder Westen oder Schneeland) tauchen die abstrusesten Figuren auf, die euch versuchen den Weg zum Ziel zu erschweren. Das Spielprinzip ist also klar: Ihr springt über Klippen, hangelt euch wie Tarzan von Liane zu Liane, betätigt Schalter, verschiebt Kisten oder fahrt mit überdimensionierten Skateboards Hügel herunter. Die Level sind allesamt gespickt mit Aufklebern und Objekte für den Leveleditor, was natürlich die Suche für die Vollfertigung der Sammlung motivierender stimmt. Ein kleines Manko gibt es dennoch: Die Steuerung von Sackboy ist zum Teil ein bisschen hakelig und ungenau, auch das Springen ist ein bisschen träge. Aber daran kann man sich gewöhnen und folglich wird auch das verziehen.

Ich glaube wenn „Little Big Planet“ nicht so aussehen würde, wie es aussieht, hätte es nicht so viel Potential. Die Präsentation des Titels ist schlichtweg genial. Ein Jump ’n Run getaucht in eine Puppenkiste. Stoffcharaktere, wellen schlagende Holzplatten die Wasser darstellen, Bauklötze und an Seilen hängende Gespenster zeigen die Verspieltheit der Entwickler. Überaus kindgerecht das ganze, aber es überzeugt durch seine Niedlichkeit und seiner Liebe zum Detail. Auf Knopfdruck kann man die Stimmung der Stoffpuppe verändern und sogar wenn der kleine ganz schön böse guckt, sieht er einfach zum schiessen aus. Herrlich! Was erstaunlich aber ist, neben der kindlichen Darstellung: Die realitätsnahe Physik. So fällt, schwimmt, rollt und bewegt sich alles, wie man es vorher in einem Jump ’n Run noch nicht gesehen hat. Dies ist besonders hilfreich im Leveleditor, wo man auf Knopfdruck die Physik, die Bewegungen, die Schwerkraft und den ganzen Rest wieder einschaltet.

Der Leveleditor ist so ziemlich das aufregendste an diesem Titel. Die ganzen gesammelten Objekte und Aufkleber finden nun hier endlich ihre Verwendung. Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt, ihr könnt bauen was ihr wollt und ob das ganze nun ein Besuch auf dieshoppingseite.com ist oder ein Rundgang im Haus von Braindead, entscheidet ihr. Dank EyeToy Kamera könnt ihr Sachen fotografieren und diese als Aufkleber im Editor verwenden. Wichtig sind die Modifikationen die ihr an den einzelnen Objekten vornehmen könnt, ob sich das Objekt nun sich links oder rechtsrum dreht ist natürlich ausschlaggebend, genauso wann und wo die Musik einsetzt oder wann das letzte Tor endlich aufgeht! Etwas nervig sind nur die etlichen Tutorials, die euch zwar nett, aber auch sehr langsam näher gebracht werden. Naja. Was tut man nicht alles um sich restlos auszutoben in der kleinen grossen Welt. Aber muss man denn unbedingt basteln? Natürlich nicht. Im Internet steht eine immer grösser werdende Anzahl an von anderen Usern erstellten Level bereit, die nur darauf warten dass ihr euch auf sie stürzt. Diese könnt ihr alleine oder mit bis 3 anderen Mitstreitern durchlaufen und im Anschluss bewerten. Wird ein Level besser bewertet, bekommt der Ersteller damit die Möglichkeit noch mehr in diese Welt einzufügen. Auch hier wieder kleine Abzugspunkte, die Bewertungen sind vorgegeben, genauso wie die Stichwörter nach denen ihr suchen könnt. So könnt ihr nur nach "Spassig", "Aufregend" oder "Gruselig" suchen und nicht nach eigens eingebenen Stichwörtern. Schade.

Technisch überzeugt das Spiel auch in jeder Hinsicht. Wie schon des öfteren erwähnt sind die Animationen der Figuren einfach nur genial, lustig, putzig und schön anzusehen. Die Grafik sieht sehr schön und stimmig aus, auch wenn es auf Full HD-Geräten zu einem leichten Flimmern kommt, da das Spiel nur in 720p läuft. Der Sound mitsamt Soundtrack passt sehr gut und bedient sich der gleichen fröhlichen Harmonien wie Loco Roco auf der PSP, so dass man direkt gute Laune beim spielen bekommt.

"Little Big Planet" ist genial! Der Singleplayer ist zwar schnell passé, aber das sammeln der Gegenstände wird euch noch was auf Trab halten, bevor ihr euch endgültig in den unglaublichen Weiten des Leveleditors verliert. Wer keine Lust auf basteln hat, wird von der Community mit unzähligen Levels versorgt, worunter sich wirkliche Schätze finden. Spass ist also garantiert und der Schreiberling hat auch nichts weltbewegendes auszusetzen, also lieber Leser: Greif zu!

Positiv
  • Unglaublich niedlich
  • Für Gross und Klein
  • Tolle Physik
  • Sehr grosser und kraftvoller Leveleditor
  • Koop bis zu 4 Spielern
  • grosse Community und zahlreiche downloadbare Level
Negativ
  • Steuerung anfangs gewöhnungsbedürftig
  • Kantenflimmern auf Full HD-Geräten

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Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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