Old School Gaming - Tom Large zockt Prince of Persia auf der PS3

Prince of Persia (PoP) ist ein lässiges Spiel, dass sich nur schwer mit anderen Games vergleichen lässt. Es hat einen Touch von Laura Croft, aber wenig gemeinsam mit den (nicht ganz so geglückten) Vorgängern wie auf dem Amiga 500 oder PC. PoP spielt in einem Land mit Wurzeln in der in der antiken persischen Mythologie, in der die Welt in Dunkelheit zu versinken droht. Der Spieler muss Welt für Welt erklimmen und gegen mächtige Gegner kämpfen, um diese stückweise wieder zu befreien. PoP ist ein Spiel mit märchenhaften, farbenfrohen und im Comicstil designte Welten, die einfach zu spielen sind. Während des Spiels taucht der Spieler in eine exotische und fremde Welt ein.
Genre: Mischung aus Jump´n Run & Action Adventure
8 von 10 Punkten
Pro:
  • Märchenhaft-schön designte Fantasiewelten im Comic-Design
  • Herausfordernde Kampfszenen mit außergewöhnlichen Gegnern
  • Coole, lange und abwechslungsreiche Klettersequenzen
  • Elika als ständige Begleiterin ermöglicht ein völlig neues Gameplay
  • Lustige Kommentare zwischen Elika und dem Prinzen runden den Spielspaß ab

Contra:

  • Sehr einfach, fast zu einfaches Handling der Hauptfigur
  • Teilweise überlange Gesprächssequenzen zwischen den Protagonisten
  • Ungenaue Steuerung der Hauptfigur bei Kämpfen
  • Teilweise schwer zu lösende Rätsel

Die Geschichte von PoP ist eigentlich schnell erzählt: Der Lebensbaum wird in einem Tempel von dem König, der Vater von der ständigen Begleitung Elika, zerstört und ermöglicht Ahriman, dem Gott der Dunkelheit die Erde unter seiner Macht zu stellen. Der Prinz als Gelegenheitsdieb und Elika als Prinzessin die das Königreich ihres Vaters wieder befreien will, sind die zwei Hauptakteure des gesamten Spieles. Das ungleiche Charakterpaar, das durch einen Zufall am Anfang des Spieles zusammenkommt liefert sich während des gesamten Gameplays einen witzigen, ironischen aber manchmal etwas langatmigen Dialog.

Es gibt 4 Gegner gegen die der Spieler in 4 unterschiedlichen Hauptwelten Feuer, Wasser, Erde und Luft antreten muss. Diese Welten sind dementsprechend thematisch märchenhaft schön gestaltet und es macht einfach Spaß die farbenfrohe Umgebung zu durchspielen und auch einmal anzuhalten um das Panorama zu genießen. Innerhalb dieser Welten gibt es 5 Level in denen der Spieler zuerst 4 Welten befreien muss, um dann den Hauptgegner im letzten Level endgültig zu besiegen. Dann ist diese Welt von der Dunkelheit befreit und man kann zur nächsten klettern. Das Besondere wenn man eine Welt befreit hat ist die graphische Umsetzung – die vorher grau in schwarz gehüllte Welt mit Ihren Monstern wandelt sich auf einmal in eine strahlende, grüne Oase mit Blumen und Schmetterlingen – einfach zauberhaft, nicht nur für Mädchen. Danach gilt es sogenannte Lichtpunkte einzusammeln, die man wiederum durch das Klettern in dem gesamten Level finden muss, um die nächsten der 4 elementaren Kräfte wie Feuer, Wasser, Luft und Wind, freizuschalten.

Das Gute an dem Gameplay ist, dass der Spieler sich entscheiden kann welche der Welten zuerst befreit werden sollen oder wie man eines der 4 Elemente freisetzt um Ahriman, den Hauptgegner, etappenweise zu besiegen. Diese Möglichkeit alleine bringt Abwechslung ins Spiel, weil ja bei den meisten Spielen immer strikt vorgegeben ist was als nächstes kommt.

Von anfang an wird der Spieler durch mehrere Filmsequenzen nahtlos in die Geschichte eingeführt und findet sich auf einmal mitten im Spielgeschehen wieder. Diese Einleitung ist sehr gut gelungen und ist auch gleichzeitig ein Training der 4 Klettergriffe, die nur mit 2 Tasten gesteuert werden. Und das wars auch schon was man sich merken muss – denn es gibt keine Waffenauswahl oder verschiedene Rüstungen, die man kompliziert miteinander kombinieren muss, etc. Das hat den Vorteil, dass der Spieler das einfache Handling nicht vergisst und sehr schnell wieder im Gameplay ist, auch wenn man längere Zeit nicht mehr gespielt hat.

Was wirklich Neu im Handling der Figur von PoP ist, dass Elika, mit magischen Kräften ausgestattet, von Anfang an die ständige Begleiterin von dem Prinzen ist und auch eine richtige Funktion einnimmt. Beim Klettern hilft Elika wenn eine größere Distanz übersprungen wird und der Prinz sonst in den Abgrund stürzen würde. Oder sie kämpft bei Gegnern an seiner Seite und hilft ihm mit ihren magischen Sprüchen. Neu ist auch, dass der Prinz nicht im Spiel sterben kann. Kurz bevor der Spieler beim kämpfen besiegt oder beim klettern herunterfällt und normalerweise sterben müsste, rettet ihn Elika. Dadurch muss man nicht mehr von vorne anfangen, sondern macht einfach weiter – das erhöht den Spielspaß um einiges.

Beim Kämpfen gibt es unterschiedliche Gegner – Schattensoldaten die in jedem Level mindestens 2mal vorkommen, 4 Hauptgegner und Elikas Vater gegen die man mehrmals antreten muss. Die graphische Umsetzung und das Design der Kämpfe sind sehr gut gelungen. Die Gegner können sich während des Kampfes verwandeln und können nur in diesem Zustand besiegt werden, wenn man spezielle Griffe einsetzt, die aber vorher erklärt werden. Am Anfang sind die Gegner leicht zu besiegen, aber im Verlauf des Spieles wird es immer schwerer und die Kämpfe werden länger. Frustrierend ist, wenn Elika einem beim kämpfen das Leben rettet – und das kommt auch bei geübten Spielern öfters vor – erholt sich wieder die Lebensenergie des Gegners um ein großes Stück. Dann muss man quasi wieder von vorne anfangen… Aber durch die Kombination der verschiedenen Kampf-Moves und mit Elikas Hilfe kann man lange Kombo Angriffe steuern, was dann richtig Spaß macht.

Was wäre PoP ohne die Lösung von Rätsel in antiken Tempeln! Der Prinz muss mit Hilfe von Drehscheiben verschiedene Rätsel lösen um voranzukommen. In mehreren Levels müssen Luft- oder Wasserschleusen in der richtigen Reihenfolge geöffnet werden was anfangs nicht sehr schwer ist, aber bei schwierigen Kombinationen spielt man schon so seine 20-30 Minuten bis es endlich weitergeht. Trotzdem – eine nette Abwechslung ohne Stress zum gesamten Gameplay.
Generell sind aber die Kletter-, Kampf-, und Rätselsequenzen aus dem das Spiel praktisch besteht, gut ausgewogen und lassen für den Spieler keine monotone Spielstimmung aufkommen wie bei vielen Jump´n´Runs. Wie auch hier - die Mischung machts aus!

Sehr angenehm ist, dass man jederzeit den Spielstand abspeichern kann und nicht erst ein langwieriges Level durchspielen muss. Generell ist das Spiel sehr angenehm und entspannt zum spielen.
Insgesamt ist PoP nicht allzu komplex aufgebaut, die Comic-Graphik ist ein echter Augenschmaus, aber das einfache Gameplay macht das Spiel ein wenig anspruchslos.

Fazit

Ein einfaches aber schööönes Entspannungsspiel – das hat Seltenheitswert!

 

 


Tom Large
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