Yannick's View - Steet Figther 4

HADOKEN!

Für Videospieler die mit dem SNES betraut sind führt kein Weg an diesem Bericht vorbei. Schlagfeste Joypads ausgepackt, hier gehts zu unserem "Street Fighter 4" Review...

Jeder der Nintendos grauen Superklassiker sein eigen nennen durfte, wird sich an "Street Fighter 2" erinnern. Der Prügler der an dem Tod der meisten Joypads schuld sein dürfte. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, was für ein erleichterndes Gefühl es war, nach einem verlorenem Kampf den Controller am Kabel zu packen und mit voller Wucht auf den Boden zu ballern! Und trotzdem hat es dieser Titel zu dem wohl bekanntestem Beat 'em Up geschafft. Immerhin hat es auch für gefühlte 100.000 genauso gute und weniger gute Ableger, Mashups oder Portierungen gereicht. Angefangen bei einem zu schwerem dritten Teil mit unbekannten Gesichtern, über wilde Namen wie "Street Fighter Ex plus Alpha", bis hin zu Puzzle Editions oder der im PSN Store erhältliche HD Remix des zweiten Teils wurden wir Fans der Serie gut von Capcom genährt.

So ganz hab ich dann den ersten Screens von "Street Fighter 4" aber doch nicht über den Weg getraut. Noch ein Street Fighter? In HD? Ob das funktioniert? Man weiss es nicht. Aber sobald dann erste Bewegtbilder kamen, war ich überzeugt. Der Look war cool, die Figuren hatten soviele Pixel, wie ich sie nicht zählen konnte und -Jawoll!- das ganze ist wieder im guten alten 2D-Raum! Man durfte gespannt bleiben...

Moppern bis der Arzt kommt

Schliesslich war es soweit und der allseits beliebte Redakteur durfte die Disc in seinen heissgeliebten Zauberapparat schieben. Sollte ich etwas über die Story schreiben? Ein Turnier, alle moppern sich K.O. bis nur noch einer übrig bleibt. So oder so ähnlich. Ist ja auch völlig egal, wen interessiert denn schon die Story bei einem Beat 'em up?

Bei der ersten Runde fällt auf, dass sich dieses Highend Geprügel tatsächlich so anfühlt wie damals. 6 Tasten, welche hard, mid und low punch oder kick unterscheiden. Sollte auch reichen, schliesslich gebraucht meinereiner eh nur zwei, maximal drei davon (Meine Lebensabschnittspartnerin begnügt sich auch gerne mit nur einer der genannten Tasten).

Was direkt auffällt, alle Kämpfer aus Street Fighter 2 sind anfangs spielbar, ein paar unbekannte Gesichter und nochmal über das doppelte an freischaltbaren Kämpfern. Also rein in den Arcade Mode und mal sehen, wie schwer es ist neue Figuren zu ergattern. Aber Obacht: Nicht mit jedem Charakter gibt es freischaltbares. Nur mit einer Handvoll von ihnen schaltet man wiederrum neue frei, das heisst: Entweder gnadenlos mit allen durchspielen (Was übrigens "Seth" in eure Auswahlliste holt) oder sich eine kleine Hilfe aus dem Internet holen.

SONIC BOOM!

Das Spiel an sich läuft flüssig über den Bildschirm, die Bewegungen sind vertraut, die Special Moves mitsamt EX und Ultra Option sind nicht sonderlich schwer und funktionieren auch genauso wie früher. Die bekannten Gesichter sehen auch in HD toll aus und der Cel Shading Look rundets ab. Optische Schmankerl gibt's immer wieder, bei EX Moves, betäubenden Schlägen und innerhalb der Präsentation mit... ich nenn es mal Kaligraphie-ähnlichen Pinselschwingern. Menü und Präsentation wie gerade erwähnt sehen also auch toll aus, aber den Announcer? Bei der eh schon anstrengenden Technorock Menümucke, die dem OST von Virtua Tennis Konkurrenz machen könnte? "This is gonna be one hell of a show!" Ja... whatever... Genau sowenig gefallen mir die verweichlichten Sprüche, die von jedem Kämpfer nach Abschluss eines Fights zu lesen sind. "Sesshaft werden? Familie gründen? Ich habe vorher noch viel zu erledigen." oder "Ein so starker Kämpfer wie Du darf seine finsteren Ziele nicht erreichen!" Da verliert auch der Eisenharte Karateka seine Glaubwürdigkeit. Davon abgesehen macht der 2D Prügler aber alles richtig und der Schwierigkeitsgrad ist dieses mal auch vertretbar.

Wer genug vom Arcade Modus hat, kann noch im Survival Mode oder Time Attack sein bestes geben. Darüber hinaus hat es einen Herausforderungsmodus, in welchem es gilt mit jedem Kämpfer verschiedene Aufgaben/Kombos zu vollführen. Trophy Hunter und Sammler werden bei diesen drei Modi ihre Freude finden, denn es gibt Bilder, Kostüme, Titel und Trophys zum ergattern.

TIGER!

Was wäre ein Street Fighter ohne Multiplayer? Genau! Langweilig. So könnt ihr euch natürlich zu zweit an einer Konsole verprügeln, aber dank Vernetzung auch über den ganzen Globus - solang die Connection mitmacht. Das einzig schwierige daran finde ich, dass die Sessions immer nur sehr kurz bestehen, was aber logisch ist. Denn sobald ein Spieler deine Lobby betritt startet ihr logischerweise das Spiel. Sogar eine Headset unterstützung gibt es, das heisst euer Gegner hört wie ihr den Controller auf den Boden pfeffert :-D

YOGA FIRE!

Wie schon angesprochen ist die Grafik sehr schön. Der Cel Shading Look gibt einen gewissen Oldschool Touch, aber auch die Level sind super gestaltet und bringen Leben in die Bude. Die Farben sehen prächtig aus und die Effekte bei Special Moves mitsamt dem Kaligraphie Pinselschwung bringen das alles zusammen auf einen Nenner. Die Sounds kann sich ebenfalls hören lassen, so muss sich eine digitale Prügelei anhören. Der Soundtrack ist teilweise ein bischen eingängig aber das lasse ich durchgehen. Wer es freigeschaltet hat, hat die Möglichkeit die Stimmen der Charaktere auf Original-japanisch zu stellen, was einen weiteren Pluspunkt rausholt!

ZITAT

Alles in allem ist "Street Fighter 4" ein Must-Play. "Back to the Basics" war wohl das Motto und das kommt sehr gut an. Gute alte Prügelei im Super Nintendo-Stil. Da hat Capcom wirklich ganze Arbeit geleistet. Fans von Beat 'em Ups kommen hier nicht vorbei.

Pro:
  • Super Grafik
  • Super Ton
  • Spielt sich wie früher
  • 2D
  • Coole Präsentation
  • HADOKEN!
Contra:
  • Nervig, verweichlichte Sprüche nach den Kämpfen
  • Teilweise zu eintöniger Soundtrack
  • Announcer und Menümusik etwas dürftig

Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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