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Nach dem Reinfall des letzten "Prince of Persia", kam Ubisoft nicht drumherum den Fans ein neues Abenteuer zu bescheren. Das schöne ist: Es haben sich scheinbar so viele über die Lichtsamensucherei beschwert, dass die Entwickler, die auch die "Sands of Time"-Trilogie geschrieben haben, wieder einen Teil der in dieses Universum passt veröffentlichen. "Prince of Persia: The forgotten Sands" spielt zwischen "Sands of Time" und "Warrior Within". Ob das ganze was kann, verrate ich euch hier… Komm mich doch mal wieder besuchen… Die Geschichte beginnt mit dem Besuch, bzw der Anreise unseres Helden zu seinem Bruder Malik, der von Väterchen ein Königreich vermacht bekmommen hat. Leider ist dieses Königreich stark umkämpft, so dass bei eurer Anreise ein wildes Reigen herrscht. Wie man das so macht unter Brüdern, helft ihr erstmal kräftig aus und versucht die Angreifer zurück zu halten. Wie man sich denken kann, hilft das alles nix, also beschliesst Malik mithilfe eines Amuletts die Armee Salomons zu befreien. Gesagt, getan, die Sandarmee spriesst aus dem Boden und streckt die Feinde nieder. Nach den Feinden streckt sie allerdings auch alle anderen nieder, sozusagen: Takeover! Von dem umherlaufenden "Hallo-ich-bin-ein-Dschinn"-Dschinn erfahrt ihr, was für eine DUMME Idee das ganze mit Salomons Armee war. Aha. Storytechnisch hab ich ja schon besseres gesehen… Nichtsdestotrotz müsst ihr das Amulett wieder zusammen führen um die Armee aufzuhalten, von welchem ihr und Malik je eine Hälfte besitzt. Natürlich ist das Verteidigungssystem des Schlosses in Gang gesetzt und ihr seid von eurem Bruder getrennt. Willkommen bei Prince of Persia.
Wallrun - Hell yeah!
Wer schonmal einen älteren Ableger des Prinzen spielen durfte oder auch mal dem Assassinen über die Schulter geschaut hat, wird keine grossen Probleme mit dem neuen Prince of Persia bekommen. Entscheidendes Spielelement sind nämlich Kletterpassagen und viel herumgeturne. Euer Akrobat kann an den Wänden laufen, von Wand zu Wand springen, Wandteppiche als Aufzug benutzen und Stangenhangelei ausführen. Damit nicht genug, denn wir sind hier ja glücklicherweise in der Sands of Time Saga. Das bedeutet dass ihr euch den Sand zunutze machen könnt. Springt ihr einmal zu tief herab oder verfehlt eine Stange und droht in den Tod zu stürzen, kann man per Knopfdruck die Zeit zurückdrehen und einen weiteren Versuch starten. Ausserdem habt ihr in diesem Teil das erste mal auch die Macht über das kühle Nass. Ihr könnt somit Wasserfälle gefrieren und an ihnen hochlaufen und Fontänen zum klettern oder schwingen benutzen. Das bietet Gameplaytechnisch wirklich was neues und macht Spass, denn dadurch muss man auch zweimal überlegen wann man das Wasser gefriert, um nach dem Wasserfall den Geysir zu packen… Zielortsfrust kommt nicht auf, denn nach alter PoP-Manier wird euch mit Kameraschwenks deutlich gemacht, wo der nächste Ausgang ist. Allerdings ist Klettern nicht reiner Bestandteil des Spiels.

Ihr seid der Prinz! Und ihr habt ein Schwert! So benutzt es!
Salomons Armee ist gross. Verdammt gross. So gross, dass ich erstaunt bin, dass die Framerate nicht wackelt bei so vielen Gegnern auf dem Screen. Das Kampfsystem erinnert ein bisschen an "Batman: Arkham Asylum", denn ihr habt zwar nur einen Angriffsknopf, könnt aber 360°-Freeform-Fighting betreiben. Das ganze funktioniert leider nicht so gut wie bspw. beim Fledermausmann, da das ganze etwas träger von statten geht, dennoch variieren die Akrobatikangriffe und die Kämpfe machen dennoch Spass und wirken nicht unfair. Hinzu kommt, dass man XP-Punkte sammelt und mit diesen kann man den Prinzen aufwerten: Mehr Lebensenergie, mehr Sandslots und vier Elementskräfte, die allesamt nochmals aufrüstbar sind. Das werdet ihr auch brauchen, denn die Gegnerscharen sind wahrlich beachtlich, auch auf dem niedrigen Schwierigkeitsgrad. Versorgt werdet ihr durch die Vasen, die in der Gegend rumstehen und durch Sarkophage, von welchen es 21 insgesamt gibt, und die dementsprechend dickere Belohnungen enthalten. Habt ihr das Spiel mit einer (leider) durchschnittlichen Zeit von 8-12 Stunden (je nach Schatzsucherambitionen, was die Sarkophage angeht) durchgespielt, könnt ihr euch noch an den Challenges versuchen, die PoP-untypisch aus Gegnerwellen bestehen. Ganz nett, aber nicht wirklich spannend. Des weiteren könnt ihr mit "Uplay"-Punkten eine Time Trial Variante des Gegnerwellenmodus erkaufen. Ich frage mich zwar, was das mit Uplay soll, und warum Ubisoft die Spieler an die Firma binden will, aber naja… Wahrscheinlich hat man dann irgendwann eine gottverdammte Facebook Funktion im Spiel integriert, damit jeder Mensch wissen kann, was man für ein Supergeek ist. Oh Junge, mir geht dieses Wettrüsten an Datensammeln so auf den Keks!Entschuldigt… ich schweife ab.
Garfik & Sound
Zurück zum Prinzen: Das Spiel ist schön Designer, obwohl alles natürlich dem Oberthema Königreich-in-Zeitsand-vergraben unterliegt, wirken die einzelnen Schauplätze sehr abwechslungsreich und niemals lieblos gestaltet. Grafisch bewerte ich diesen Titel nicht besonders hoch. Die unscharfen Kanten und die groben Animation sind schon längst nicht mehr Zeitgemäß. Das kann dem Titel aber nichts ab, denn die Landschaft ist aufgrund des hohen Kletteranteils sehr weitläufig gebaut und die grafische Verspieltheit ist vermutlich hier wieder zu finden. Meiner Meinung nach, ist Grafik sowieso zweitrangig, wenn das Spiel sauber ist. Und das ist Prince of Persia: The forgotten Sands mit Sicherheit. Das Feeling der Sands of Time Saga wird super eingefangen und die filmreif-musikalische Untermalung trägt bestens dazu bei. Schöne Streicher und orbitante Orchestralmusik sind wunderbar komponiert und würde ich mir sogar ohne das Spiel anhören.

Fazit
Nach dem verkorksten letzten Teil endlich wieder mal ein tolles Prince of Persia! Ich finde das Spiel grossartig und Fans werden auch nicht enttäuscht sein. Viel Klettern, viel Kämpfen, gute Rätsel, die nicht zu schwer und nicht zu einfach sind, so muss PoP sein und so muss es sich anfühlen. Was mir allerdings rein storytechnisch fehlt, ist ein kleines Schmankerl im Laufe der Geschichte. Sonst gibt es noch den Kritikpunkt, dass das Kampfsystem nicht so oberflüssig läuft, dass die Grafik nicht die beste ist und das vielleicht ein grösserer Fokus auf dem Kampf im allgemeinen liegt. Ob dieser Fokus zu gross ist, muss jeder Spieler für sich entscheiden. Ich jedenfalls finde das Spiel toll!

Positiv
- Sands of Time - Yuhuu! - Action, Klettern, Prince of Persia eben! - Keine Lichtsamensucherei mehr - Super Soundtrack - Schön gestaltete Umgebung - Atmosphäre
Negativ
- Grafisch altbacken - Viel Kampf - Uplay? - Story eventuell ausbaufähig
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