Ghostbusters

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Und? Wen wirst du anrufen, wenn dein Tisch auf dich zugaloppiert, dein Küchenschrank die Wäsche bügelt und die Passagiere der Titanic im Schlafzimmer warten? Hier erfahrt ihr, was Ghostbusters wirklich draufhat...

Who you gonna call?

Vor 25 Jahren hat der erste Ghostbusters Film die Kinoleinwand entdeckt und ist heute immer noch Kult. Fünf Jahre später, 1989 wurde uns ein zweiter Teil präsentiert, der meiner Meinung nach nicht mit dem ersten mithalten kann, aber ebenfalls eine super Geisterkomödie bleibt. Heute fliegt den Spielern ein Videogame in die Hände, was chronologisch 2 Jahre nach dem zweiten Teil spielt. Die Story wurde selbst von Dan Aykroyd und Ivan Reitman geschrieben, die auch die Drehbücher für die Filme aufs Papier gekritzelt haben. Storytechnisch bleibt also gewahrt: Knüller, lustig und die Originalsprecher. Hell yeah. Also die Protonenpacks angeschmissen, Ecto-1 auftanken und rein ins Spiel!

Ghostbusters!

Ihr schlüpft in die Rolle eines neuen Geisterjägerkadetten und kaum vertraut gemacht mit dem unheilvollen Gerät, wuchtet das Spiel auch direkt los. Was nach der Tutorial-Geisterjagd im Ghostbusterkeller folgt, ist pausenlose Action ohne auch nur eine Verschnaufpause.
Wie bereits angesprochen haben sämtliche Schauspieler aus den Filmen (mit der Ausnahme von Sigourney Weaver) die Dialoge vertont, womit Fans natürlich verköstigt werden. Anspielungen auf Filminhalte und die bekannten dummen Sprüche versüssen einem die Geisterjagd. Deutsche Sprecher machen ihre Sache nicht allzu motiviert, aber zum Glück kann man die Sprachausgabe einstellen.

Alte Bekannte

In der ersten richtigen Mission geht's in das Nobelhotel, welches wir aus dem ersten Teil kennen. Generell werdet ihr viele bekannte Orte und Geister antreffen, aber da möchte ich nicht zu viel verraten. 7 verschiedene, umfangreiche Einsatzorte gibt es zu erkunden und allesamt sind sie vollgepackt mit Geistern. Aber das ist natürlich kein Problem, denn schliesslich ist das Protonenpack ständig aufrüstbar und die Geisterfalle ist ebenfalls immer griffbereit. Das ganze funktioniert in bekannter Third Person Shooter Manier, nur eben mit ausgefallenen Proto-Pack Erweiterungen. Gameplaytechnisch wird euch das ganze so geboten, dass ihr den Störenfrieden erst die Energie ab"saugt" und sie dann per Fangstrahl in die Falle zerrt. Eine Anmerkung meinerseits: Was wäre cooler als zu zweit im Koop Geister zu jagen? Einer macht die Falle klar und der andere kümmert sich schonmal um den Geist, Himmel, das wäre spassig gewesen. Online gibt es diese Möglichkeit, aber für eine gemütliche Zockerrunde zu zweit auf dem Sofa ist das ganze dann doch sehr ego...

Jaja, der Umfang...

Wie auch immer. Im Gegensatz zu den paranormalen Widersachern sind eure grau gekleideten Kollegen mit hoher KI bestückt. Sie schiessen eigenständig auf Gegner, gehen anständig in Deckung, verfrachten Geister in die Falle und helfen euch auf die Beine, wenn ihr mal gefallen seid. Die Geister ganz im Gegensatz laufen häufig die gleichen Wege ab und bieten nicht viel Abwechslung in ihren Manövern. Schade. Auch schade: In 6-7 Stunden seid ihr schon durch. Ebenfalls schade: Es ist immer das selbe. Klar, die Geister variieren in Gestalt und Umgebung, aber im Endeffekt ist es immer das gleiche Spiel: Geister beschiessen, Falle auspacken, Geist einfangen. Eine Fahrt mit Ecto-1 hätte ich mir schon gewünscht, oder generell ein bischen Abwechslung was das Gameplay angeht. Viertes Schade: Oftmals werdet ihr durch die verschiedenen Gänge irren, ohne ein wirkliches Ziel. Es gibt einen PKE-Meter, mit dem man Sachen scannt, womit teilweise neue Abschnitte erst geöffnet werden. Das ganze hat zwar einen gewissen Flair, aber spätestens nach einer Stunde geht einem das ganze gescanne auf den Keks.
Bereits angesprochen: Online habt ihr die Möglichkeit bis zu vier Spielern auf sechs Karten mit Teamplay zu punkten. Ganz nett. Aber da sitzt man dann doch wieder alleine auf dem Sofa. Naja.

Grafik und Sound

Technisch zeigt das Spiel nichts bahnbrechendes, aber doch schöne Elemente. Wir werden mit tollen Lichteffekten verwöhnt, geniale Umgebungswechsel bei Geistereinzug, super Dialoge, original Soundtrack und viel Verspieltheit. Leider ist die PS3 Version dann doch wieder ärmer dran als die Konkurrenz. Auf der Xbox 360 finden wir viel mehr Detailreichtum, schönere Texturen und Shader und gewisse grafische Extras wie Rauch werden auf Microsofts Heimkonsole auch besser dargestellt.

Fazit

Nichtsdestotrotz haben wir eine astreine Fortsetzung der Filme im typischen Humor und jeder Menge Action. Welcher Ghostbusterliebhaber wollte nicht bewaffnet mit einem Protonenpack mit der Chaostruppe auf Jagd gehen? Ich schon! Viele nostalgische Momente finden wir wieder und die Vertrautheit mit manchen Gegnern und Umgebungen sowie die Originalsprecher runden das ganze ab. Ghostbusters - The Video Game ist mit Sicherheit einer der besten Lizenztitel, die es gab. Schade dass da der Umfang gering und das Gameplay abwechslungslos bleibt.


Positiv:

- Völlig neue Ghostbustergeschichte
- Originalsprecher und Autoren
- Tolle Effekte
- Sehr actionlastig
- Guter Humor


Negativ:

- Eintönig
- PS3 hat grafische Schwächen
- Zu kurz
- Geister KI etwas fragwürdig
- Kein Splitscreen Koop
- Mit der Zeit nerviges gescanne


Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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