Yannicks View - Assassins Creed 2

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Assassins Creed blieb mir immer in Erinnerung als "Coole Idee, aber viel zu eintönig". Mit dem zweiten Teil soll Ubisoft einiges besser gemacht haben. Mal sehen wie das Spiel bei uns abschneidet...



Das Spiel startet bei Abstergo, wo ihr Desmond, den - ich nenne in mal "/Root-Held" - das letzte mal in den Animus der Templer steigt. Danach folgt ein kleiner Ausbruch in ein Lager, in dem Lucy (die euch beim Ausbruch hilft) und Verbündete einen Animus 2.0 gebaut haben. Da Desmond ein direkter Nachfahre von Altair ist und das Abstergo von einem Nachfahren der Templer geführt wird, könnt ihr also sehen, wohin das ganze führen wird.

Desmond, Ezio, WAS??

Diese Pseudo-Story ist zwar ganz nett, aber eigentlich wollen wir alle nur den Assassinen spielen, um den es eigentlich geht: Ezio Auditore ist ebenfalls ein Vorfahre von Desmond und so soll sich unser "/Root-Held" dessen Fähigkeiten aneignen, indem er Abschnitte seines Lebens neu erlebt. Aber nicht wie Altair im Mittelalter, sondern zu Zeiten der Renaissance, in Italien spielt der Titel. Die ersten Einweisungen kriegt ihr von Familienmitglieder, um euch mit der Steuerung vertraut zu machen. Für die, die es nicht wussten:
Das Spiel besteht zu 65% aus Free-Running. Es gibt kein Haus, was zu hoch ist für Ezio, kein Vorsprung ist zu klein und kein Heuhaufen ist zu weit entfernt. Zumindest in der Theorie, dazu später mehr.

Die ersten schleppenden Missionen sind aber nur der Anlauf zu etwas grösserem. Ezios Vater, Giovanni Auditore, wird zusammen mit euren Brüdern eingesperrt und später vor euren Augen hingerichtet. Der Richter Uberto, der Beweise von euch erhielt, dass die Familie unschuldig ist, pfeift auf Moral. Und das ist der Moment in dem der Assassine geboren wird.
In die Villa gelatscht, und dank Eagle-Eye (Assassinen-Sicht), ganz schnell die Geheimtür gefunden und dahinter die Rüstung des Vaters und die Versteckte Klinge. Der erste Auftrag dürfte jedem klar sein: Den Richter Uberto um die Ecke bringen. Gesagt getan, leider bleibt Uberto nicht der einzige Tote, denn das ganze war keine Willkür sondern ein verschwörerisches Komplott, geflochten von den Templern.

Venezia...

Die Geschichte führt euch von Florenz nach Rom, in die Toskana und schliesslich nach Venedig. Einer der Kritikpunkte am ersten Teil waren die langen Reitpassagen, das hat man im zweiten Teil nun geändert - ihr reitet nur noch bis zum Stadtrand und könnt dann wählen, ob ihr die restliche Reise überspringen wollt. Wem das auch zu mühselig ist, kann auch über die Reiseunternehmen den Weg beschreiten. Für einen kleinen Betrag könnt ihr so in Sekunden von Stadtmitte zu Stadtmitte reisen. Allerdings sieht man dann nicht die ganzen schönen Aussichtspunkte, die euch beim vervollständigen der Karte helfen.

Heuer die Huren an!

Ein weiterer Kritikpunkt des Vorgängers war die fehlende Abwechslung. Auch die ist vollends ausgemerzt worden, der Handlungsstrang hangelt sich nun an einer spannenden Geschichte entlang und ihr habt zu jeder Zeit ein vorgegebenes Ziel. Für Abwechslung sorgen zum einen die Missionsstruktur, die verschiedenen Aufgaben, die verschiedenen Orte und die Möglichkeiten. Das in-der-Menge-untertauchen kannten wir aus Teil 1 auch, aber jetzt können wir sogar Diebe, Huren oder Krieger anheuern für unser Vorhaben einzustehen. Auf Knopfdruck lenkt eine der genannten Gruppen die anvisierte Wache ab und ihr könnt unbeobachtet durch die Sicherheitslücke schlüpfen. So kann es aber auch mal sein, dass ihr sogar kleine Schlachten austragt, wo sich 30 Leute im Bildschirm vermoppern. Das ist Gameplaytechnisch aber noch lange nicht die einzige Neuheit. Ihr dürft euch auf Verfolgungsjagden per Kutsche freuen, aufs Fliegen mit Da Vincis Flugapparat und auf geniale Kletterpassagen à la Prince of Persia.

Letzteres meist in den Assassinengräbern, die sich nach und nach auftun, insgesamt 6 an der Zahl, in denen ihr nach vollendetem riesigem Parcour ein Siegel erhaltet, und wenn ihr alle 6 gefunden habt, werdet ihr dafür in der Villa di Monteriggioni mit der Rüstung des Altair belohnt.

In jener Villa habt ihr sogar finanztechnische Aufgaben. Ihr müsst die Gebäude in der Kleinstadt renovieren u

nd erwirtschaftetes Geld bspw in die Schmiede oder den Schneider finanzieren. Das steigert den Wert der Stadt und so bekommt ihr mehr Einwohner. Mehr Einwohner bedeutet mehr Geld, das alle 20 Minuten in eure Kasse fliesst und an dem ihr euch bedienen könnt.

Los Leonardo, mache mir ein Tötungsinstrument!

Wie schon erwähnt ist Ezio ein echter Freeclimber. Ihr könnt euch frei auf den Dächern Italiens bewegen und könnt alles erklimmen was das Auge erfasst. Dazu muss nur die R1-Taste gedrückt gehalten werden und die X-Taste für Sachen wie Wallrun oder Sprünge. In den meisten Fällen klappt das auch ziemlich gut, allerdings ist man meistens so schnell unterwegs, dass oft Unachtsamkeit einen den Abgrund hinuntersegeln lässt. Aber auch kleinere Ungereimtheiten finden wir hier: Oftmals bleibt Ezio an irgendeinem Vorsprung kleben und will sich weder vor, noch zurück bewegen. Per Druck auf die X-Taste kommt dann der Sprung in den Tod, sowas ist nervig! Solche kleinen Fehler finden wir hingegen im Kampfsystem nicht. Ihr habt die Möglichkeit euch ein riesiges Waffenarsenal anzuschaffen und damit auf die Gegner einzudreschen. Spektakuläre Kämpfe und viele verschiedene Moves werden euch dargeboten. Von genialen Kontern bis hin zum Sand-in-die-Augen-werfen. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann flieht man eben in einem unbeobachtetem Moment in den nächsten Heuhaufen. Vielleicht lag es ja an den Waffen? Gestattet Leonardo Da Vinci einen Besuch ab, und er wird je nach gefundenen Assassinenkodex-Seiten eure Klinge verbessern. Ja - es gibt wirklich jede Menge zu entdecken in Assassins Creed 2!

 

Grafik & Sound

Technisch macht der Titel ebenfalls eine gute Figur. Grafisch nicht viel anders als der Vorgänger, aber immer noch toll. Leider sehr viele aufpoppende Elemente, und kleinere Grafikfehler wie Tearing, dafür geniale Virtualisierung der Gebäude und Wahrzeichen der Städte. Auch die Charaktere sind sehr detailreich und die Animationen besonders im Bereich Mimik, ist atemberaubend. Genauso wie das Leben den Strassen, überall wird gelacht, geschrien, Minnesänger nerven euch :D Himmel, ihr werdet sogar beklaut und könnt den Dieb fassen. Das Spiel kommt Multilingual und ihr könnt in jeder Version auch auf Deutsch spielen, wobei ich natürlich den englischen Originalton empfehlen muss. Tolle Arbeit! Untermalt sind Ezios Abenteuer mit klassischer Musik, die 1A passt und super komponiert wurde. Die Geräuschkulisse ist absolut genial!

 

Fazit

Assassins Creed 2 ist Affengeil! Alles was der erste Teil falsch gemacht hat, wurde jetzt verbessert. Ich ziehe meinen Hut vor Ubisoft, dass sie so auf die Kritik eingegangen sind. Das Spiel macht einfach nur Spass. Die Handlung ist so spannend dass man unbedingt weiterverfolgen möchte, wie es um Ezio und seinen Feldzug steht. Die Kletterpassagen sind immer noch toll und kriegen mit den Assassinengräbern einen noch besseren Touch. Auch die Kämpfe sind noch spektakulärer geworden. Da lasse ich kleinere grafische Ungereimtheiten und gelegentliche Gameplayschwächen gerne aussen vor. Ein absoluter Top-Titel!

 

Positiv

  • Tolle Geschichte
  • Super Animationen in der Mimik
  • Abwechslung pur
  • Schöne musikalische Untermalung, Sound ebenfalls Top
  • Multilingual
  • Schöne Grafik...

Negativ

  • ...mit kleinen Fehlern wie Tearing und Pop-Ups
  • Gelegentliche Gameplayschwächen bei Kletter- und Sprungeinlagen
  • Assassins Creed würde auch ohne Desmond Miles funktionieren


Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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