Yannicks View - Metal Gear Solid

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Endlich ist es soweit!

Ich kann gar nicht glauben, dass es tatsächlich erschienen ist. So lange habe ich und viele andere auf die Fortsetzung dieser unglaublichen Reihe gewartet. Richtig! Die Rede ist von "Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots".

Ob ihr Snake noch eine Chance geben könnt, oder er das Schleichen verlernt hat, lest ihr in folgendem Review.


?Huh? Hä, Fussspuren?

Metal Gear: Solid erschien vor zehn Jahren, 1998 für die Playstation 1 und hat viele Spieler völlig in den Bann gezogen (wobei die Urgeschichte von Metal Gear noch auf dem guten alten NES erzählt wurde). Die Atmosphäre, die Charaktere, die Emotionen, Die Geschichte, die Bosskämpfe, die Kinoreifen Sequenzen, die kleinen Versteckten Witze, Schmunzler und Tricks, das sind alles Markenzeichen für die Reihe. Maßstab setzend für das genre sozusagen. Da das Spiel einschlug wie eine Bombe hat die Entwicklung für den zweiten Teil nicht lange auf sich warten lassen. Ebenso episch, tragisch und mitreissend wie der Vorgänger. Als dann der dritte Teil kam, war alles aus. Die Grenze zwischen Film und Videospiel war nun völlig fliessend. Ich für meinen Teil liebe es! Und nun halte ich mit dem 4. Teil wieder ein grosses Stück Videospielgeschichte in der Hand.

Ich schmeisse voller Vorfreude die heilige Disc in den Zauberkasten und richte mich für ein paar schöne Stunden ein. Aber wie konnte es anders sein: Ich werde aufgrund zu wenig Speicherplatz vom spielen abgehalten und muss erstmal knappe 5 GB freiräumen. Langsam fängt diese ganze Installiererei an mir auf den Senkel zu gehen. Aber na gut - was tut man nicht alles für ein fliessendes Spielerlebnis.

Wenigstens kriegen wir bei der Installation Gesundheitstipps von einem rauchendem Snake.
Sind auch diese 10 Minuten vorüber können wir uns endlich ins Geschehen stürzen. Was auch ziemlich flott von statten geht. Direkt in der ersten Mission werdet ihr mit dem gröbsten vertraut gemacht und seid erstmal auf euch gestellt. Das Spiel startet im nahen Osten und ihr landet in einem Krieg zwischen den Rebellen und einer privaten Militärorganisation, der PMC (Private Military Company).

Das Spiel ist unterteilt in sechs Akte und in diesen sechs Akten seid ihr bemüht Liquid Ocelot davon abzuhalten, mit Hilfe der "Patriots" die Privatarmeen zu seinen Gunsten zu steuern. Wenn ich hier erläutere wie er das bewerkstelligen könnte oder warum sich Liquid Snake im Körper des Revolver Ocelot befindet, sässen wir leider noch übermorgen hier.

Das Spiel setzt also irgendwann nach dem zweiten Teil an und wir spielen nun Old Snake, der aufgrund des FoxDie-Serums sterben wird. Wann ist unklar. Wie die Fans der Serie wissen ist der gute Snake ein Klon von Big Boss und damit er der einzige Klon bleibt hat man ihm ein Alterungsprozessförderndes Mittel gespritzt, was der Grund dafür ist, dass ihr einen alten Mann spielt. Tut aber nichts zur Sache, denn wir haben wieder einen tollen Anzug, der muskelverstärkend wirkt.

Ihr seht also: Für Einsteiger ist dieses Spiel nicht gedacht. Man muss die Geschichte kennen, sich auf das Gameplay und die Inszenierungen einlassen und Charakterkenntnisse wären auch nicht schlecht, denn es kommen viele bekannte Gesichter wieder.

Nun zum technischen Aspekt

Anders als bei den Vorgängern spielt es nicht alles in einer Location, sondern erstmals sind die Orte des Geschehens über den Globus verteilt. So werdet ihr ihr von Otacon im nahen Osten, Südamerika oder bspw. Alaska abgesetzt. Vor jedem Standortwechsel gibt es ein Missionsbriefing in dem euch Otacon mit der Situation vertraut macht. Zwingend sind diese nicht, bieten aber mehr Verständnismöglichkeiten des gesamten.

Im Spiel selber schleicht ihr wie gewohnt durch die Level und versucht möglichst unentdeckt zu bleiben. Zur Hilfe habt ihr den Octocamo Suit, der sich der Umgebung anpasst und oben rechts im Bildschirm seht ihr eine Prozent-Anzeige die euch darstellt wie gut ihr geschützt seid. Da es nun zwei Parteien dieses Krieges gibt, habt ihr auch die Chance euch bei den Rebellen beliebt zu machen, indem ihr nur auf die Soldaten der PMC schiesst. Sehr hilfreich! Die Bosskämpfe bieten nichts was man nicht aus den Vorgängern kennt, was auch gut so ist. Warum etwas verändern was sowieso schon perfekt ist?

Apropos hilfreich: Nach kurzer Zeit lernt ihr den Waffenhändler Drebin 893 kennen, und könnt von nun an bei ihm rund um die Uhr Munition und Waffen kaufen. Die Währung sind Drebin-Dollar, die ihr euch verdient in dem doppelte Waffen unverzüglich an ihn verkauft werden. Als Überbringer der Waffen benutzt ihr den Metal Gear Mk. II, ein kleiner Roboter von Otacon, mit dem ihr unter anderem auskundschaften könnt oder sogar Feinde per Elektroschock unschädlich macht. Manchmal ist das äusserst notwendig, denn stellenweise ist Metal Gear Solid 4 sehr schwer und die KI ist auch nicht sonderlich blöd, was mich an manchen Stellen so manchen Anlauf gebraucht hat. Nur Fair, dass da die Rücksetzpunkte gut gesetzt sind.

Ein weiteres netteres Feature ist das Solid Eye, dass ihr ebenfalls nach kurzer Zeit von Otacon bekommt. Eine Art Brille mit drei Funktionen. Nightvision, Fernrohr und den "Normal Mode" in dem ihr Waffen, Munition und Feinde angezeigt bekommt. Ausserdem erscheint ein Radar in dem jeder Organismus der Umgebung eingezeichnet ist. Nur Vorsicht, die Batterien neigen ab und an dem Ende. Dann einfach das Gerät für einige Zeit ausschalten und die Batterie läd sich wieder auf.

Des weiteren habt ihr dieses mal ein deutlich grösseres Waffenarsenal zur Verfügung und habt erstmals die Option eure Ballermänner zu modifizieren. Natürlich den obligatorischen Schalldämpfer, aber auch Granatwerfer, Rotpunktvisiere oder Gewehrlampen könnt ihr auf eure Gewehre montieren. Sehr hilfreich!

Grafik und Sound

Die Grafik von Metal Gear Solid 4 ist wirklich toll! Die Gesichter sind unglaublich echt, die Bewegung sind dank Motion Capturing sehr überzeugend und die Waffenmodelle sehen ebenfalls täuschend echt aus. Ein Augenschmaus, das Spiel läuft sogar in voller HD-Auflösung von 1080p. Da kann man auch ein paar verwaschene Texturen verschmerzen.

Die Level sind super gestaltet, sorgen also für jede Menge Abwechslung und die Umgebung wirkt sehr authentisch. Was mir jedoch sauer aufgestossen ist, sind Marketingartikel wie iPod, Apple Monitore, MacBook Pro's, Handys von Sony Ericsson oder der Playboy.

Was aber wirklich toll ist, ist der Sound bei dem Spiel. Die 5.1 Umsetzung ist der absolute Wahnsinn, ich hab selten so ein gut abgemischtes Spielgeschehen gehört. Falls noch irgendwo eine altes 5.1-System rumlungert solltet ihr es spätestens jetzt ausgepackt haben! Die Sounds sind allesamt überdurchschnittlich gut und fügen sich voll und ganz ins Spielgeschehen ein. Ich weiss nicht was genialer ist, der Waffensound, der Soundtrack oder das Voice Acting. Musik setzt zum richtigen Zeitpunkt ein und ist manchen bekannt, Themas werden aufgegriffen und die Komposition ist wunderschön. Wie angesprochen verfügt Snake über den begehrten MP3-Player von Apple, worüber ihr die Möglichkeit habt die alten Soundtracks zu hören. Ausserdem findet ihr hin und wieder neue Songs. Ein Update, dass das hören von den eigenen Tracks der Platte ermöglicht ist in Planung.

Nicht nur tolles Motion Capturing, sondern auch herausragende Sprecher werden euch in Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots geboten. David Hayter passt einfach perfekt in die Rolle des grimmigen Snake, aber auch die anderen Stimmen sind sehr gut gesprochen und bieten daher keinen cm Platz für mich zum meckern. Toll!

Den ein oder anderen wird es vielleicht wurmen, dass das Spiel nur mit englischer Sprachausgabe kommt, aber immerhin ist alles gut untertitelt.

In Zeiten der zu kurzen Videospiele kriegen wir mit Metal Gear Solid 4 mal wieder richtig einen vor den Latz geknallt. Rund 20 Stunden seid ihr an dem Titel beschäftigt und ich sage euch: Diese Disc ist keine die nach dem Durchspielen wieder in's Regal kommt. Ein hoher Wiederspielwert dank Innovation und Online Play.

Denn wer es noch nicht gewusst hat, Metal Gear: Online kommt ebenfalls mit dem 4. Teil. Ich für meinen Teil war sehr skeptisch, denn der Onlinemodus aus Metal Gear 3: Subsistence hat mich nicht überzeugt. Aber seit der Beta für MG:O bin ich offen für neues. Das Gameplay aus der Singleplayerkampagne wird nahtlos in die Online-Wettkämpfe eingebaut und bietet euch erneut viel Spass. Hauptaugenmerk ist bei mir aber dennoch die umwerfende Story und Kampagne.

Fazit

Eins ist klar: Für Neulinge der Reihe und Einsteiger ist Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots wirklich nichts. Fans haben wahrscheinlich sowieso schon angefangen zu zocken und alle die immer noch hadern bekommen von mir die "Greif-Zu"-Plakette !

Die Story ist umwerfend, die cineastische Inszenierung ist atemberaubend, Motion Capturing und Voice Acting lassen den Titel wie einen Film wirken, neue Features, altbewährtes, ein würdiger Abschluss, Dramatisch, episch, ich weiss gar nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören soll.  Lediglich die teilweise verwaschenen Texturen und der stellenweise hohe Schwierigkeitsgrad fallen ein bisschen ins Minus, was dem Titel aber absolut gar nichts abkann.

Positiv:

  • Cineastische Inszenierung
  • Dramatik Pur
  • Tolle Story
  • Geniale Sprecher
  • Hoher Wiederspielwert
  • Viele Waffen


Negativ:

  • Nichts für Neulinge und Einsteiger der Reihe
  • Teils verwaschene Texturen
  • Stellenweise schwer
  • Nervige Marketingartikel

Video


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Yannick De Decker
About the author:

...schrie er aus, als sein Blick von seiner immer größer werdenden Filmsammlung zu dem Bildschirm seines Macs schwenkte.

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